Letztes Jahr glich Yannick Bibelriethers Debüt bei der German Beach Tour (GBT) in München einem „Fiebertraum“: Aus der Qualifikation marschierte der aus Altdorf stammende Beachvolleyballer vom SV Schwaig damals sensationell bis ins Finale. Dass sich dieses Märchen beim Tourstopp in Düsseldorf exakt so wiederholen würde, ahnte niemand.
Alles begann mit einem spontanen Anruf am Sonntagnachmittag. GBT-Dauerbrenner Jannik Kühlborn (Leipzig) brauchte einen Partner für die Qualifikation. Der Schwaiger zögerte nicht. Ohne ein einziges gemeinsames Training stand das Interims-Duo am Donnerstagabend im Sand. Nach einem nervenaufreibenden Dreisatz-Sieg gegen Wolf/Hopt erreichten sie trotz des enormen Erwartungsdrucks, der auf Bibelriether lastete, den Einzug ins Hauptfeld.
Dort wartete am Freitag direkt der härteste Brocken: das topgesetzte Nationalteam Henning/Pfretzschner. Bibelriether/Kühlborn spielten furios auf und zwangen die Favoriten in den Tiebreak, mussten sich aber hauchdünn geschlagen geben (23:21, 18:21, 10:15).
Der Umweg über die Verliererrunde tat den beiden vielleicht sogar gut. Das Duo harmonierte von Spiel zu Spiel besser. Mit zwei glatten Zweisatz-Siegen gegen Sievers/Stadie-Seeber und Nissen/Piper stürmten sie völlig unerwartet ins Halbfinale. Dort bezwangen sie in einem kräftezehrenden Match voller spektakulärer Ballwechsel das Jugendnationalteam Fröbel/Wüst. Damit stand fest: Silber war sicher – ein historisches Novum bei Bibelriethers erst zweitem GBT-Auftritt! Im großen Finale kam es zur Revanche gegen Henning/Pfretzschner. Nach einer starken 16:13-Führung ging der erste Satz noch knapp mit 20:22 verloren; im zweiten Durchgang schwanden die Kräfte (10:21). Für Bibelriether ging in Düsseldorf dennoch ein zweiter Traum in Erfüllung. Da sein langjähriger Schwaiger Partner Simon Miller beruflich pausiert, sucht Yannick aktuell noch nach einem festen Mitspieler. Nach dieser Gala-Vorstellung bleibt es extrem spannend, wohin seine Reise im Sand noch führt.

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